Montag, 5. August 2013

Charles S. Roberts Award (2)

Die Spielefans haben gewählt und die CSR-Award für 2012 bestimmt (Auszug):
  • Altertum bis Napoleon: The Battle of Fontenoy (Clash of Arms Games)
  • Napoleon bis 2. Weltkrieg: Bloody April (GMT Games)
  • 2. Weltkrieg: Red Winter (GMT Games)
  • nach 2. Weltkrieg: Andean Abyss (GMT Games)
  • Science Fiction: Star Wars X-Wing (Fantasy Flight Games)
  • Magazin-Spiel: Beyond Waterloo (Against the Odds)
  • Grafik: The Battle of Fontenoy (Clash of Arms Games)
  • professionelles Magazin: C3i
  • Amateur-Magazin/Blog: 1914 Dispatches (Oregon Consim Gamers)
Allen Designern, Entwicklern und denen, die sich soviel Mühe geben, herzlichen Glückwunsch!

CSR Award 2012

Mittwoch, 31. Juli 2013

Where there is discord (3)

Es ist ja kaum zu glauben! Habe ich mich doch am Montag darüber geärgert, dass Where there is discord immer noch nicht im Drucker der Produktionsfirma liegt, da schneit über BGG eine neue Nachricht von Dan Hodges rein: Er wird jetzt nicht auf Cromwell warten und den Druckauftrag für Wtid auslösen (Link: Hodges via BGG).
 
Er hatte zwischenzeitlich eine Befragung unter allen Vorbestellern initiiert und an den sehr deutlichen Kommentaren erkannt, dass es nun doch endlich losgehen sollte. Vor allem, da Cromewell nun wohl doch noch ca. einen weiteren Monat zur Fertigstellung benötigt.
 
Da bin ich jetzt wirklich froh - schließlich rückt meine Elternzeit näher und die leise Hoffnung, dieses Spiel pünktlich dazu in den Händen zu halten. Mal sehen, welcher Versandtermin nächste Woche genannt wird.

Dienstag, 30. Juli 2013

Field Commander: Napoleon (1)

Nachdem sich der Termin für den 3. Nachdruck von Where there is discord wieder einmal verschoben hat und wieder einmal nicht klar ist, wann damit zu rechnen ist, habe ich bei einer meiner favorisierten Brettspielseiten (unknowns.de Forum) ein weiteres - wohl sehr gutes - Solitärspiel entdeckt.
 

Field Commander: Napoleon führt auf Seiten der Franzosen und deren Verbündeten über elf Szenarien zum Sieg über die Koalition - oder eben nicht. Dabei kann man zwischen einem einzelnen Feldzug in Deutschland, Österreich, Italien oder Ägypten oder einer aufeinanderfolgenden Kampagne entscheiden.
 
Die jeweiligen Gegner werden dabei über festgelegte Ereignisse gesteuert. Die Entscheidungsfindung erfolgt dabei mittels 10-seitigem Würfel. Es wird allgemein bemängelt, dass die Entscheidungen nicht immer sinnvoll sind, aber dieses Problem nehme ich in Kauf, obwohl ich schon sehr vom präzisen Solitärmodus von Andean Abyss verwöhnt bin.
 
Neben den insgesamt sieben Regionskarten kommt das Spiel auch mit einem eigenen Schlachtfeld daher. Dieses Prinzip kenne ich schon aus Napoleon in Europe bzw. The American Civil War (beide Eagle Games) und fand es bisher großartig!
 
Ich freue mich schon auf die erste Runde und hoffe, dass das Spiel schon am Wochenende bei mir ist.

Mittwoch, 24. Juli 2013

Charles S. Roberts Award (1)

Es ist wieder Zeit zur Wahl zu schreiten - wer jetzt an die Bundestagswahl am 22. September denkt, liegt aber falsch. Der CSR wird seit 1975 an die besten Spiele, Magazine, Autoren und Artikel vergeben, die die Spielegemeinschaft vorgeschlagen hat. Ja, auch ein krasser Gegensatz zur Bundestagswahl. Wären da die Besten, wären wir sicherlich deutlich weiter...
 

Charles S. Roberts (Quelle: charlesrobertsawards.com)
Mr. Roberts (1930-2010) war übrigens der Gründer des Spieleverlages Avalon Hill und namhafter Autor von vielen Spielen. Seine Konfliktsimualtionen revolutionierten den Spielemarkt und er gilt somit als Begründer der modernen Konfliktsimualtionen.
 
Inzwischen wird der nach ihm benannte Preis für das beste Spiel in den Kategorien 'Altertum-Napoleon', 'nach Napoleon-vor 2. Weltkrieg', '2. Weltkrieg', 'nach 2. Weltkrieg', 'Science Fiction/Fantasy', 'in einem Magazin enthalten' und 'Erweiterung' vergeben. Weitere Preise gehen an die beste Grafik, professionelles Magazin, Amateur-Magazin/Homepage/Blog, historischer Artikel, Analyse und einige PC-Umsetzungen. Einige Preisträger und Nominierten der letzten Jahre finden sich in fast jeder Spielesammlung wieder. 2011 gewannen Lock 'n Load: Heroes of the Gap, Sekigahara und None but Heroes, wobei Strike of the Eagle, welches ich in aller Einfachheit sehr gelungen finde unter den Nominierten war. Auch Spiele wie z.B. Twilight Struggle, Paths of Glory, 1914: Twilight in the East, Here I Stand, Napoleonic Wars und Zeitalter Napoleons haben diesen begehrten Preis bereits erhalten.
 
Nun steht die Wahl zum "Charly" 2012 an. Ich habe mich für die besten Spiele wie folgt entschieden:
Altertum bis Napoleonische Ära: Virgin Queen
nach-napoleonische Ära bis vor 2. Weltkrieg: Guns of the Askari
2. Weltkrieg: ---
nach 2. Weltrkrieg: Andean Abyss
Science Fiction/Fantasy: ---
Magazin-Spiel: Guns of the Askari
Grafik: Andean Abyss
professionelles Magazin: C3i
Amateur-Magazin/Blog: PaxSims
 
Für den James F. Dunnigan Design Elegance Award habe ich den Autor der COIN-Serie (Andean Abyss, Cuba Libre, A Distaint Plain usw.) Volko Ruhnke gewählt. Nicht, dass es die anderen Autoren weniger verdient hätten, ich denke aber, dass der qualitative Output der vergangenen Jahre in Verbindung mit einem tollen Auftritt bei BGG und Consimworld durchaus gewürdigt werden sollte. Ich finde es toll wie Volko seine "Gemeinde" aktiv unterstützt und kritisches (Mit)Denken fördert.
 
 
 
 

Dienstag, 23. Juli 2013

Andean Abyss (2)

Ich möchte einfach mal auf einen tollen Artikel über eines meiner Lieblingsspiele verweisen: Rex Brynen über Andean Abyss.



Donnerstag, 4. Juli 2013

Die Säulen der Erde (1)

Spiel: Die Säulen der Erde
Teilnehmer: Janine, Julia, Olaf, Sascha Gerrit
Szenario: + Erweiterung
Zeit: 30.06.2013, 16.30-19.00 Uhr


Das Buch "Die Säulen der Erde" von Ken Follet habe ich schon als Jugendlicher verschlungen. Großartiges Buch! Wie schön, dass Janine und Sascha sich das Spiel angeschafft haben und nun auch über die Ergänzung verfügen.

Das Spiel ist bei den Spielefritten so schön und treffend beschrieben, dass ich hier einfach nur den Link poste und darauf verweise: Spielfritte Kaddy zu "Säulen der Erde".

Nun noch einiges zur Ergänzung. Nicht nur, dass man das Spiel nun auch zu fünft und sechst spielen kann, es sind auch neue Felder hinzugekommen, die nicht nur die Baumeister, sondern auch die Arbeiter betreten können. Aber der Reihe nach. Endlich kann man in die "Erzminen des Königs" den Haufen blauer Steinchen unterbringen. Das ist zwar keine Innovation, aber wer das Grundspiel gespielt hat wusste, dass die bisher nur neben dem Plan herumlagen, während alles andere seinen Platz hat. Folgende Felder sind neu und fügen sich in das Spielgeschehen ein:
  • Der "Steuereintreiber" spart jetzt nicht nur Gold, sondern er bringt auch die Steuereinnahmen in die Tasche des Spielers, der seinen Baumeister dort parkt.
  • Für drei bis acht Arbeiter erhalten max. vier Spieler ein bis zwei Siegpunkte, dafür dass sie an den "Kreuzzügen" teilnehmen.
  • Ein Baumeister in "Frankreich" kann die Kapazität einer eigenen Produktion erhöhen oder eine gegnerische Handwerkerkarte benutzen.
  • An der "Küste" verkauft man alle Rohstoffe besser als auf dem Markt
  • und in "Shiring" ist man nicht mehr auf den Markt angewiesen, sondern kann munter dort Waren zu festen Preisen handeln.
Zudem hat man das Spiel um einige neue Vorteilskarten und Handwerker ergänzt. Der Spielplan fügt sich perfekt an den vorhandenen. Nun könnte man meinen, dass noch mehr Möglichkeiten das Spiel erschweren und nur langatmiger macht - ich denke da mit Grausen an "Anno 1701" samt gähnend langweiliger Erweiterung. Aber dem ist nicht so. Durch die leichte Anpassung beim Platzieren der Baumeister und sinnvoller Kombination von neuen Fähigkeiten haben weder die Atmosphäre noch der Ablauf gelitten. Wir haben das Spiel nunmehr mit vier und fünf Spielern ausprobiert und waren jedesmal zufrieden mit Wartezeit, Spannungsbogen und natürlich Spielspaß.

Ich kann jetzt nicht mehr im Detail wiedergeben, wie die Runde verlaufen ist. Eines ist sicher: Sascha hat mit großem Abstand gewonnen. Und diesmal auch im Verhältnis Nachdenkzeit zu Ergebnis einen neuen positiven Rekord aufgestellt ;-). Ansonsten hätten wir ihm wohl doch noch mal eine Schachuhr gekauft... Seine Taktik war einleuchtend einfach: Nimm Sand, wo Du ihn kriegen kannst und kombiniere ihn mit den Handwerkerkarten. Ja, er hat das Spiel wohl verstanden. Sand braucht man später um als Glockengießer oder Glasbläser tätig zu werden, was eine Menge Siegpunkte garantiert. Nebenbei hatte er sich auch schon früh eine Fähigkeit gesichert, dass er stets ein Sand kostenlos bekam. Sein Vorsprung war schon in der vorletzten Runde uneinholbar. Hoffentliche vergisst er diese Strategie bald.

Olaf machte keinen Hehl daraus, dass ihm seine Handwerker und Baumeister keinen Tariflohn wert sind und dass sie gefälligst ihr Leben zu seinen Gunsten auf das Spiel zu setzen haben. Er schickte sie gnadenlos auf Kreuzzug (1-2 Siegpunkte/Runde) und ein Baumeister musste immer in Kingsbridge die Güllegruben leeren (1-2 Siegpunkte/Runde). Dieses stete Grundrauschen an Siegpunkten, kombiniert mit einigen witzigen Einfällen, um weitere Punkte zu ergaun..., äh ergattern, brachte ihn ziemlich unangefochten auf Platz 2.

Julia sicherte sich stets die beiden zusätzlich Arbeiter. Wie sie das anstellte ist mir unklar. Mal hier ein Pünktchen, mal da eins und plötzlich Platz 3. Ihre Handwerkerkarten und Fähigkeiten waren super kombiniert, allerdings hatte sie Konkurrenz bei den Rohstoffen. Nämlich mich. Trotz "Ellens" Superblick in die Zukunft - ich konnte alle furchtbaren Ereignisse somit im Vorfeld lesen - strampelte ich ziemlich Strategielos durch die das Spiel. Holz war mein Baustoff. Dummerweise war der immer weg oder zu teuer. Mit Holz konnte ich meine Arbeiter Siegpunkte anschaffen lassen und Geld verdienen. Nützt aber nichts, wenn der Wald gerodet ist. Also musste ich Geld besorgen und auf dem Markt oder in Shiring einkaufen. Damit waren zwei meiner drei Baumeister beschäfftigt und konnten nicht zu anderen Arbeiten heranzgezogen werden. Dennoch erreichte ich mit Julia den 3. Platz.

Janine hatte auch eine Taktik. Ich habe sie aber nicht sehen können, weil sie am weitesten von mir weg saß. Irgendwie schnappte sie mir immer genau die Karte vor der Nase weg, die ich gebraucht hätte. Entweder waren ihre Jungs im Wald schneller oder Mr. Blacksmith bot seine Dienste an oder ein Handwerker schuftete lieber für sie als für mich. Es fehlte nicht viel um mit Julia und mir aufzuschließen. Zwischen den Plätzen 3 und 4 lagen nachher nur zwei oder drei Punkte. Insgesamt eine sehr lustige Runde.

Nach langem Suchen habe ich doch noch ein Manko gefunden. Die neue Karte "Frankreich" (Nutze die Handwerkerkarte eines anderen Spielers) ist extrem mächtig. Das finde ich gut. Dazu muss man aber auch alle Handwerkerkarten der anderen sehen können. Bei fünf oder sechs Spielern ist das manchmal schwierig. Eine Lösung habe ich jetzt auch nicht. Vermutlich muss ich einfach mal besser aufpassen, was die anderen so machen. Denn eins ist ganz klar: dieses Spiel kommt samt Erweiterung wieder auf den Tisch!
 

Montag, 17. Juni 2013

The Napoleonic Wars (2) vs. Clash of Monarchs (3)

Jetzt habe ich mich 14 Tage mit Clash of Monarchs herumgeschlagen und bin der Regelübersetzung inzwischen Müde. Das Regelwerk ist mir inzwischen deutlich klarer, allerdings halte ich nach dem ersten Probespielchen den technischen Ablauf für sehr mühsam. Ich frage mich, wie man den Überblick behalten soll, welche Einheiten nun in Festungen stehen oder wie man die Stapelberge von Einheiten ohne Probleme von A nach B verschieben soll. Insbesondere wenn man auch noch Einheiten zurücklassen will und somit zum Beispiel eine 10er Einheit in mehrere kleinere austauschen muss. Wer hat denn Lust die ganze Zeit Einheiten hin- und herzutauschen? Warum muss ich auf x Tabellen würfeln?
 
Ich habe da irgendwie keine Lust drauf! Naja, vorerst nicht. Ich habe mir bereits die Vassal-Umsetzung heruntergeladen. Vermutlich lässt sich das Spiel damit etwas einfacher spielen. Aber wie gesagt, jetzt habe ich es erst einmal frustriert wieder in das Regal geräumt.
 
Vor einiger Zeit hatte ich mich ja schon mit The Napoleonic Wars (2nd Edition) näher beschäftigt. Ich fand es ja "ganz nett". Da es sich aber anscheinend doch großer Beliebtheit erfreut und ich ja immer auf der Suche nach nicht allzu komplexen Mehrspieler-Spielen bin, gelang nun dieses Spiel aus meiner GMT-Sammlung auf den Tisch. Nicht ganz vollständig. Nur die Regeln und die Karten. Über die so genannte "deutsche Version" habe ich mich ja bereits ausgelassen. Nach erneutem Lesen hatte ich wirklich den Eindruck, dass man das englische Regelwerk mit einer drittklassigen Übersetzungssoftware übersetzt hat. Vermutlich war diese gerade als Freeware erschienen und enthielt nur die Wörter, keinerlei Grammtik oder Syntax. Man machte sich auch nicht die Mühe die spezifischen Begriffe nachzuarbeiten. Sehr zum Schmunzeln brachte mich bei der Neuübersetzung der Kartentexte die deutsche Version von Verbrannte Erde. Da heißt es statt "Verzögerungstaktik" eben mal "Fabian Taktik", weil auf englisch verzögernd/abwartend halt fabian heißt. Klar oder?!
 
Jetzt habe ich alle Karten und Heimatkarten übersetzt, mit den letzten Erkenntnissen von BGG und Consimworld ergänzt, sowie mit Querverweisen versehen und als DIN A5-Broschüre gedruckt (16 Seiten). Die Heimatkarten habe ich gleichfalls auf DIN A5 verkleinert und laminiert. Von einem anderen Spieler erhielt ich - herzlichen Dank an dieser Stelle an Michael - bereits eine Regelzusammenfassung. Ich arbeite gerade daran daraus eine Kurzspielregel zu erstellen, die sich jeder Spieler vor dem Spiel kurz durchlesen kann und die die wichtigsten Züge und Bedingungen enthält. Mal sehen, wann ich damit fertig bin. Hoffentlich tritt dann auch bald mal wieder meine Spielerunde zusammen, so dass man endlich mal eine große Runde schafft.
 
 

Samstag, 1. Juni 2013

Boardgamegeek: Top 10 (06/2013)

Ich bin jetzt seit Januar 2008 bei Boardgamegeek.com und finde, dass es eine großartige Seite für Gelegenheitsspieler und Nerds ist.

Gerade habe ich entdeckt, dass ich meine Seite dort mit dieser hier verbinden kann und präsentiere meine aktuellen Lieblingsspiele.



Montag, 27. Mai 2013

No Peace without Spain! (1)


Cover
Das Spiel No Peace without Spain! The War of the Spanish Succession 1702-13. wurde von Compass Games verlegt und von Don Herndon designd. Es behandelt mit dem Spanischen Unabhängigkeitskrieg einen -aus Spielersicht- kaum beachteten europäischen Konflikt. Nichtsdestotrotz stellte dieser Konflikt die Weichen für die Entwicklung der europäischen Großmächte.
 

Historischer Exkurs...

Nach dem Tod des kinderlosen spanischen Königs Karls II., der Letzte der Linie der spanischen Habsburger, konkurrieren drei Anwärter auf den Thron miteinander: Phillipp von Anjou (unterstützt von Frankreich), Erzherzog Karl (österreichischen Habsburger) und Joseph Ferdinand von Bayern (unterstützt von England/Niederlande). Letzterer stirbt allerdings überraschend, was letztendlich als Auslöser des Ebfolgekrieges gesehen wird. Frankreich konnte die Vereinigung der beiden Habsburgerreiche nicht zulassen, da es damit sowohl das Gleichgewicht in Europa, als auch seine Herrschaft in den Kolonien gefährdet sah. Wilhelm III. von Oranien (England/Niederlande) konnte dagegen auch eine entstehende Nähe von Spanien und Frankreich nicht zulassen. So verbanden sich 1701 Österreich, England, Niederlande und zahlreiche Reichsstände zur Haager Großen Allianz. Dieser traten später Savoyen (ursprünglich mit Frankreich verbündet) und Portugal bei. Frankreich koalierte mit Spanien, Bayern, einigen Reichsstädten und einigen italienischen Staaten. Der Krieg endete mit einem Patt. Frankreich gelang es die bourbonische Dynastie in Spanien durchzusetzen, allerdings erlangten die Österreicher Kontrolle über die ehemals spanische Niederlande. England konnte die Krone mit der von Schottland vereinen und erreichte durch geschickte Politik wichtige Handelsverträge, Stützpunkte und dauerhafte Verbündete. Unter anderem durch den Konflikt sowie zeitgleich stattfindende Kriege (Queen Anne's War und 3. Nordischer Krieg) konnten sich Staaten in die Reihe der Großmächte einreihen (z.B. Preußen), bzw. verloren (z.B. Schweden) ihren Status. Letztendlich konnte eine Hegemonie einer der Großmächte in Europa verhindert werden. Die vielen Facetten des Verlaufes und der Auswirkungen lassen sich hier -leider- nicht detailliert darstellen, daher verweise ich den historisch Interessierten auf den guten Wikipedia-Artikel und entsprechende Literatur.
 

Komponenten

Ausgepackt...

Im 2011 erschienen Spiel treffen somit zwei Spieler aufeinander, die die Geschicke der beiden Seiten, Franzosen und Verbündete (Bourbonen) vs. England und Verbündete (Allianz) in Form von verschiedenen Nationen militärisch beeinflussen. Der aufwendig gestaltete Karton kommt einem recht leicht vor, wenn man ihn in den Händen hält. Dieses überrascht nach dem Auspacken nicht mehr. Wieder einmal ist der Spielplan (Maße 55,9 x 86,4 cm) aus Papier gefertigt. Diese Art der Kostenreduktion mag ich gar nicht. Papier lässt sich nicht ordentlich hinlegen, zekratzt schneller und irgendwie fehlt das "Spielefeeling". Für zu hause habe ich für solche Fälle eine entsprechend dimensionierte Plexiglasplatte, aber zum Mitnehmen ist diese nicht geeignet. So muss ich den Plan erst einmal plan bekommen, so dass die Counter an den Knickstellen dort liegen bleiben, wo sie hin sollen. Dennoch muss ich sagen, gefällt mir das Design sehr. Der Spielplan verfügt über eine sehr zeitgerechte Grafik, die sich stimmig in den historischen Kontext einfügt. Weiterhin stehen mehrere Leisten für wichtige Informationen und Platzhalter für dauerhafte Ereignisse zur Verfügung. Die Felder sind sind ausreichend dimensioniert und es gibt je Seite vier Armeefelder, die überzählige Counter aufnehmen können. Die Felder des Spiels sind mit unterschiedlichen Linien verbunden (Point-to-Point), die die Bewegung der Einheiten ermöglichen und zugleich limintieren. Die Felder, nehmen jeweils eine unterschiedliche Anzahl an Einheiten auf und simulieren damit die Auswirkungen des Geländes auf die Truppenbewegungen.

Weiterhin sind enthalten:
  • 32 Aktions- und 23 Ereigniskarten (Maße ???x??? cm)
  • zehn sechsseitige Würfel (je fünf weiße und rote)
  • ein 24-seitiges DIN-A4 Regelheft (s/w)
  • zwei vierseitige Kurzspielregeln auf Pappe
  • 168 Counter  (Maße 1,65 x 1,65 cm)
Nachdem ich das überflüssige Inlay - wie bei allen meinen Spielen - entsorgt habe, ist ausreichend Platz in Karton, um den von mir favorisierten Aufbewahrungsbehälter für die Counter einzulegen. Dieser genügt, um zumindest die wichtigsten Counter voneinander zu trennen. Da es nicht allzuviele sind, habe ich auf Ziplock-Beutel verzichtet. Die Karten habe ich in überzählige Sleeves gesteckt. Das wäre nicht nötig gewesen, aber bevor die Sleeves ungenutzt herumliegen...

Angesehen...

So wie das gesamte Spiel, ist auch das Regelheft natürlich auf englisch. Stil und Sprache sind einfach gehalten. Durch den an den Spielablauf angelehnten Aufbau, ist die Spielregel (18 Seiten) recht eingängig. In kursiven Text werden immer wieder Hinweise zum Spielverlauf und auch historische Anmerkungen beigesteuert. Letztere sind zwar unnötig, vervollständigen das Bild aber auf stimmige Weise. Querverweise führen zu korrespondierenden Regeln, so dass auch das spätere Nachschlagen erleichtert wird. Sonderregeln werden hervorgehoben und viele Beispiele zu bestimmten Situationen führen beim Lesen der Regel bereits zu erstem Verständnis der Spielstruktur. Am Ende finden sich noch einige spezifische Szenarioregeln (zwei Seiten) und ein ausführliches Beispiel (drei Seiten). So gut wie ich die Spielregel auch finde, so negativ empfinde ich die beiden überdimensionierten Pappkartons, die die Kurzspielregel darstellen sollen. In verkürzter Form werden zwar die einzelnen Regeln auf vier Seiten zusammengefasst, allerdings nicht in einen sinnvollen Ablauf passend zum Spiel gebracht. Ich denke, ich werde diese bei Gelegenheit überarbeiten.
 
Die Counter sind schlicht und die Farben sind gut von einander zu unterscheiden.Mehr lässt sich dazu eigentlich auch nicht sagen, da sie nur sehr wenige Informationen enthalten müssen. Die Karten sind wirklich schön und passen hervorragend zum Spielplan. Die Aktionskarten enthalten dabei, wie die Counter, nur die Wertigkeit (1-3), während die Ereigniskarten mit einem umfangreichen Text daher kommen. Dieser ist einfach zu verstehen und fügt sich sinnvoll in das Spiel ein. Die Ereigniskarten kommen auch nur einmal pro Runde zum Zuge.

Weiterhin sind diverse Marker ernthalten, die an einmalige und dauerhafte Ereignisse erinnern. Auch diese sind informativ und übersichtlich. Dennoch wäre vielleicht in eine von den Countern abweichenden Größe etwas praktikabler, da schon mal ein Counter unter einem Stapel Einheiten verschwindet.
 

Ausprobiert...

Ziel des Spiels ist es, möglichst viele wichtige Städte des Gegners unter die eigenen Kontrolle zu bekommen, um mit den daraus generierten Siegpunkten einen möglich großen Sieg zu erringen. Dabei sind die Mechanismen des Spiels sind grundsätzlich schnell zu erfassen. Jeder Spieler erhält meist fünf Aktionskarten mit den Werten 1 bis 3. Diese werden nacheinander ausgespielt, um Aktionen auszuführen. Neben der Aktivierung von Einheiten für Bewegung, Belagerung, Transfer, Seebewegung, Verstärkung und Sammeln, steht dem "bourbonischen Spieler" auch ein Sonderbefehl für die Flotte zur Verfügung. Kerrn des Spiels sind aber die Aktivierungen von Einheiten, um gegen die feindlichen Truppen in die Schlacht zu ziehen und Städte und Festungen zu erobern. Dabei ist die Teilnahme von Generalen Dreh- und Angelpunkt, da die Korps den Weg nicht alleine finden. Jeder Seite stehen dabei namenlose und bedeutende Generale zur Verfügung. Kommt es zur Schlacht, wird ermittelt mit wie vielen Würfeln die eine Seite angreift und sich die andere Seite verteidigt. Natürlich kann es zu bösen Überraschungen kommen, wenn der Verteidiger plötzlich weitere Einheiten durch Abfangen der Angreifer in die Schlacht wirft und sich dann auch noch eine befestigte Linie (ein Stellungssystem) nachteilig auf die Würfelwürfe auswirkt. Das Kampfsystem ist zwar etwas antiquiert - szum Beispiel kannte chon Soldier Kings aus dem Jahr 2002 diesen Mechanismus - funktioniert aber einwandfrei. Der Sieger ist schnell ermittelt und die Verluste zugeordnet. Interessant ist allerdings, dass sich einzelne Korps und Generale in die Festungen zurückziehen können und damit Korps des Gegners zu binden. Belagerungen dauern daher meist mehrere Aktionsrunden und es geschieht nicht selten, dass sich die Belagerer zum Winter zurückziehen müssen, bevor sie ihr Ziel erreichen konnten.  

Entsprechend dem historischen Kontext kommen im Laufe des Spiels neue Verbündete dazu bzw. verlassen das eigene Lager. So ist dem alliierten Spieler sehr daran gelegen, dass die spanischen Habsburger sich vom Joch der Bourbonen befreien. Dabei muss man die renitenten Bayern im Blick behalten, so dass diese einem nicht den Nachschub in Norditalien abschneiden. Auch die Kontrolle des Mittelmeeres kann dem Gegner das Leben schwer machen.

 

Weiterempfohlen...

Den Spielspaß schätze ich als hoch ein. Das Regelwerk und die Komponenten sind übersichtlich und eingängig. Das Spiel kommt zwar nur mit drei Szenarien daher - die sich nicht wirklich groß voneinenader unterscheiden - aber die Entwicklung des Spiels kann durch die unterschiedliche Schwerpunktsetzung an den einzelnen Fronten jeweils anders verlaufen. Neue Spieler finden nach einiger Zeit einen Zugang zum Spiel. Es ist schon so, dass neue Spieler trotz der Einfachheit der Mechanismen zu Beginn nicht wissen, was sie tun sollen. Die Sonderregeln zu Beginn des Spiels erschweren die ersten Züge und z.B. die Vorbereitung auf den Eintritt der ersten Verbündeten der Alliierten. Auch nach längerer Beschäftigung mit dem Spiel und dem Regelwerk, ist ein Nachschlagen gelegentlich nötig, um z.B. nicht die unterschiedliche Berechnung von Abfang- oder Rückzugsaktionen, sowie Umgehung von befestigten Linien durcheinander zu bringen. Ich konnte nicht verstehen, warum man für einige den Befehlswert der gegnerischen Generale braucht, für andere Aktionen jedoch nicht.
 
Wer das Spiel Solitär spielen möchte, benötigt schon eine gewisse partielle Demenz. Der geübte Solitärspieler wird diese bereits entwickelt haben, allerdings leidet der Spielspaß doch ein wenig darunter. Das Spiel lebt ja durchaus von überraschenden Zügen des Gegners, so dass man hier Abstriche machen muss. Die Online-Spielbarkeit (z.B. Vassal) konnte ich noch nicht überprüfen. Hinsichtlich der Kampfabläufe (Abfangen, Ausweichen, Schlacht) kann ich mir vorstellen, dass "eine Entscheidung pro Tag" etwas langatmig ausfallen. Wen beide Spieler tatsächlich gleichzeitig daran sitzen entällt dieser Nachteil, da man ja auch die Entscheidungen per Skype, Chat o.a. austauschen kann. Dieses kann ich mir durchaus sehr gut vorstellen.
 
Don, der Desginer, unterstützt fragende Spieler sowohl auf Boardgamegeek, als auch bei Consimworld ausführlich und hilfsbereit. Das ist nicht für alle Designer und Verlage selbstverständlich, so dass ich das für erwähnenswert und positiv herausstellen möchte.
 
Ich halte das Spiel für gelungen und einen echten Treffer, was die Verbindung mit dem historischen Kontext darstellt. Insgesamt sind es eher die kleinen Dinge, die das Spiel so spielenswert macht. Die vielen Fronten, die vielen Möglichkeiten und nicht zuletzt die historischen Ereignisse, die auf die eine oder andere Weise im Spiel integriert sind, fügen sich sinnvoll zu einer kleinen Simulation einen großen Konfliktes zusammen.
 

Hilfreich sind auch...

Consimworld.com (inkl. Errata)
 

Mittwoch, 22. Mai 2013

Clash of Monarchs (2)

Jetzt habe ich schon vor Wochen Clash of Monarchs erworben und es gerade einmal geschafft mir die Counter und den Spielplan anzusehen. Irgendwie fehlt mir die nötige Zeit... ...vermutlich geht das vielen so ;-)

Aber dank 'Spielplan-Sharing' habe ich immerhin ein hochauflösendes JPG vom Spielplan ertauscht. Mal sehen, ob ich auch dieses mir als Poster ausdrucken lasse, so wie ich es bereits mit dem Paths of Glory-Plan gemacht habe. Die Vorteile liegen auf der Hand: abwaschbar, die Felder sind größer als im Original und durch die Nachbearbeitung sind die Ablagefelder und Leisten deutlich sinnvoller angeordnet. Eine gute Alternative, gerade gegenüber den Papierspielplänen.